Sanktions-Gefahr für Lufthansa: Russland will Luftraum für Europäer sperren

Russlands Premierminister Dmitri Medwedew bei einem Rundflug mit einem Flugzeug von Aeroflot. Die Aeroflot-Tochter Dobrolet steht auf der Sanktionsliste der EU. (Foto: dpa)

Russlands Premierminister Dmitri Medwedew bei einem Rundflug mit einem Flugzeug von Aeroflot. Die Aeroflot-Tochter Dobrolet steht auf der Sanktionsliste der EU. (Foto: dpa)

Im russischen Transport- und Außenministerium wird derzeit geprüft, ob Flüge von europäischen Fluggesellschaften im russischen Luftraum verboten oder eingeschränkt werden sollen. Offiziell heißt es, die Maßnahme werde wegen der Nato-Manöver erwogen, um die Sicherheit der zivilen Maschinen nicht zu gefährden.

Dabei geht es um die Nutzung der Trans-Sibirien-Route. Mit dieser geplanten Maßnahme will Russland auf die Handels-Sanktionen der EU reagieren, meldet die russische Zeitung Wedomosti. Eine Streichung dieser Flugroute würde zu einem enormen Anstieg der Flugkosten von Europa nach Asien führen.

Die Trans-Sibirien-Route verkürzt den Weg nach Asien um 4000 Kilometer. Es wird bei jedem Flug bis zu 22.350 Euro gespart. Die Lufthansa, British Airways und Air France könnten innerhalb von drei Sanktions-Monaten Verluste in Höhe von einer Milliarde Euro erleiden.

Das russische Außenministerium hat sich zu der geplanten Maßnahme offiziell nicht geäußert. Doch eine anonyme Person aus dem Ministerium sagte Wedomosti, dass „alle unfreundlichen EU-Maßnahmen, auch im Bereich des Luftverkehrs, untersucht und nicht unbeantwortet bleiben werden.“

Zuvor hatte die EU die russische Billig-Fluglinie Dobrolet auf die Sanktionsliste gesetzt. Das geht aus der EU-Durchführungsverordnung Nr. 826/2014 hervor. Die Airline hatte am Montag alle Flüge eingestellt, weil auch den Zulieferern aus dem Westen verboten worden war, die Maschinen zu warten. Dobrolet ist ein Tochterunternehmen des staatseigenen russischen Luftverkehrsunternehmens Aeroflot. Dort heißt es:

„Seit der rechtswidrigen Annexion der Krim hat Dobrolet bisher ausschließlich Flüge zwischen Moskau und Simferopol durchgeführt. Es erleichtert damit die Integration der rechtswidrig annektierten Autonomen Republik Krim in die Russische Föderation und untergräbt die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine.“

Der Aktienkurs von Aeroflot verzeichnete im August einen Tiefstand und ging am Micex Index auf 47,00 Punkte zurück. Im März lag der Kurs noch bei 77,38 Punkten, meldet Bloomberg.

Die Streitigkeiten um die osteuropäischen und russischen Lufträume sind nicht neu. Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums sind am Wochenende Nato-Jets bei einer litauischen Luftwaffenbasis bedrängt worden. Das Ministerium identifizierte ein russisches Flugzeug, das „außerplanmäßig und ohne Vereinbarung“ neutrales Gebiet in der Nähe von Estland überflog (mehr hier).

Die Maßnahme dürfte vor allem eine Reaktion auf das Eindringen einer US-Spionagemaschine in den europäischen Luftraum vor einigen Wochen sein: Die schwedische Zeitung Dagens Nyhgeter berichtete, vor gut zwei Wochen sei ein US-Aufklärungsflugzeug auf der Flucht vor einem russischen Abfangjäger ohne Genehmigung in den schwedischen Luftraum eingedrungen. Der Zwischenfall habe sich am 18. Juli ereignet – einen Tag nach dem Absturz einer malaysischen Passagiermaschine über der Ostukraine (mehr hier).

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Veröffentlicht am August 5, 2014 in Uncategorized und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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