Sanktionen gefährden deutsche Milliarden-Investitionen in Russland

Bundeskanzler Gerhard Schröder (2.v.l.) und der russische Präsident Wladimir Putin (2.v.r.) halten bei ihrem Eröffnungsrundgang über die Hannover Messe 2005 auf dem Stand des Gasproduzenten Gazprom symbolisch einen Bohrkopf. Neben ihnen stehen der Vorstandsvorsitzende der BASF, Jürgen Hambrecht (l), und Alexej Miller, der Vorstandschef von Gazprom. (Foto: dpa)

Bundeskanzler Gerhard Schröder (2.v.l.) und der russische Präsident Wladimir Putin (2.v.r.) halten bei ihrem Eröffnungsrundgang über die Hannover Messe 2005 auf dem Stand des Gasproduzenten Gazprom symbolisch einen Bohrkopf. Neben ihnen stehen der Vorstandsvorsitzende der BASF, Jürgen Hambrecht (l), und Alexej Miller, der Vorstandschef von Gazprom. (Foto: dpa)

Auf dem russischen Markt sind 6.200 Unternehmen tätig, die deutsches Kapital aufweisen. Die Investitions-Summe beträgt 20 Milliarden Euro. Doch der Großteil des Kapitals fließt in die Energieförderung.

So hat der deutsche Energiekonzern E.ON seit 2007 rund sechs Milliarden Euro in den russischen Strommarkt investiert. Er hält knapp 84 Prozent an dem Kraftwerksbetreiber E.ON Rossiya OAO. Die Düsseldorfer sind auch mit 25 Prozent an dem sibirischen Gasfeld Juschno Russkoje beteiligt und mit 15,5 Prozent an der Ostsee-Pipeline, durch die Gas – an der Ukraine vorbei – von Russland nach Deutschland fließt.

Der Chemiekonzern BASF ist mit seiner Tochter Wintershall am Gas-Projekt ZAO Achimgaz, einem Joint Venture mit Gazprom, zu 50 Prozent beteiligt. Zudem ist Wintershall über die Gesellschaft OAO Severneftegazprom nach eigenen Angaben mit insgesamt 35 Prozent an der Ausbeutung des sibirischen Gasfeldes Juschno-Russkoje beteiligt. Zusammen mit einer Tochter des russischen Erdölproduzenten Lukoil betreibt Wintershall zudem das Gemeinschaftsunternehmen Wolgodeminoil zur Förderung von Erdöl. Die BASF-Tochter hält daran 50 Prozent.

Die Deutsche Bahn ist im Schienenverkehr sowie im Logistik-Geschäft mit insgesamt fünf Unternehmen in Russland vertreten: Vier davon sind 100-Prozent-Beteiligungen. An einer weiteren Firma, die Schienentransporte quer durch Russland von China nach Deutschland organisiert, hält die Bahn einen Anteil von gut einem Drittel. Der Handel mit Russland schafft 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Deshalb wollen Deutschland und die EU auf weitere Sanktionen beim Erdgas-Handel mit Russland verzichten (mehr hier). Doch hier liegt ohnehin nicht der Hintergedanke des Sanktions-Prozesses. Der eigentliche Angriff ist auf die „finanziellen Kanäle“ gerichtet. Nicht die Real- sondern die Finanzwirtschaft soll getroffen werden, meldete das Council on Foreign Relations im Mai.

Die Integration Russlands in die internationalen Logistik-Ketten und Finanzmärkte sei ohnehin beschränkt. Die negativen finanzielle Effekte der Sanktionen auf die Weltwirtschaft sollen somit verhältnismäßig gering ausfallen.

Doch die negativen Auswirkungen der Sanktionen für den russischen Kapitalmarkt sind mittlerweile eingetreten. Nach Angaben der russischen Notenbank ziehen Investoren ihre Gelder aus Russland ab. Im aktuellen Jahr wurden bisher 75 Milliarden US-Dollar außer Landes gebracht (mehr hier).

Bis zum Ende des Jahres könnten Investoren 150 Milliarden US-Dollar aus Russland abziehen, berichtet die Weltbank (mehr hier). Anleger auf den internationalen Finanzmärkten lassen sich vor allem durch Stimmungen leiten. Die derzeitige Stimmung auf dem russischen Markt ist schlecht.

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Veröffentlicht am Juli 30, 2014 in Uncategorized und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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