Vorlage für die EZB: EU-Kommission korrigiert Inflations-Erwartung

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für 2014 zur Inflation in der Eurozone nach unten korrigiert. Ein Eingreifen der EZB wird immer wahrscheinlicher.

Die Verbraucherpreise in der Eurozone steigen dieses Jahr voraussichtlich um 0,8 Prozent, so die aktuelle Prognose der EU-Kommission. Für das kommende Jahr erwartet Brüssel eine Inflation von 1,2 Prozent. Dies ist eine weitere deutliche Korrektur der Inflations-Prognosen nach unten. Vor drei Monaten hatte die Kommission noch mit 1 Prozent für 2014 und im November sogar mit 1,5 Prozent gerechnet.

Die erwartete Inflation liegt deutlich unterhalb der EZB-Zielmarke von knapp unter 2 Prozent. Ursache ist die rückläufige Kreditvergabe aufgrund der schwachen Wirtschaft in der Eurozone. EZB-Chef Mario Draghi hat wiederholt angekündigt mit massivem Gelddrucken einzugreifen, wenn die Verbraucherpreise nicht stark genug steigen. Geringe Inflationsraten schützen die Guthaben der Sparer. Doch sie machen es schwieriger für Schuldner, vor allem für die Staaten der Eurozone, ihre Kredite abzuzahlen.

Trotz der deutlichen Korrekturen bei den Inflationsprognosen hält die Kommission an ihrer Prognose für das Wirtschaftswachstum fest. Sie erwartet weiterhin, dass die Wirtschaft der Eurozone dieses Jahr um 1,2 Prozent wächst. Für das kommende Jahr Brüssel sogar ein Wachstum von 1,8 Prozent.

„Die Erholung verfestigt sich jetzt“, sagte der stellvertretende Kommissionspräsidenten Siim Kallas. Dieser ist in der Kommission derzeit für die Wirtschaft zuständig, während Wirtschaftskommissar Olli Rehn Wahlkampf macht. „Die andauernden Reformanstrengungen der Mitgliedsstaaten und der EU selbst zahlen sich aus“, so Kallas.

Bis auf Zypern traut die Behörde allen 18 Euro-Staaten 2014 wieder eine anziehende Konjunktur zu. In den vergangenen beiden Jahren war die gesamte Wirtschaft im Währungsraum noch geschrumpft. Deutschlands BIP wächst laut Prognose 2014 um 1,8 Prozent und 2015 um 2,0 Prozent.

In Frankreich gehe es deutlich langsamer bergauf. Demnach wird die Nummer zwei im Euro-Raum 2014 nur um 1 Prozent und im nächsten Jahr um 1,5 Prozent wachsen. Optimistischer als zuletzt bewertet die EU-Kommission die Entwicklung in Spanien. Hier werde die Wirtschaft um 1,1 und 2,1 Prozent zulegen.

Beim Abbau der Neuverschuldung kommt Frankreich jedoch kaum voran. Das Defizit im Verhältnis zum BIP soll 2014 auf 3,9 Prozent und 2015 auf 3,4 Prozent sinken. Erlaubt sind drei Prozent. Der Schuldenberg soll bis nächstes Jahr auf 96,6 Prozent der Wirtschaftsleistung anwachsen. Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls macht den „zu starken Euro“ für die Probleme des Landes verantwortlich (mehr hier).

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Veröffentlicht am Mai 5, 2014 in Uncategorized und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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